Familie und Arbeit unter einem Dach: Was eine Family Workation wirklich bedeutet
Workation · 28. August 2026
Morgens um 9 sitzen Eltern am Laptop. Die Kinder sind im Daycamp – singen, klettern, lernen ein paar Wörter Französisch. Und für ein paar Stunden ist alles ruhig genug, um wirklich zu arbeiten. Nicht Homeoffice mit Unterbrechungen. Sondern tatsächlich arbeiten.
Das ist die Idee hinter der Family Workation: kein Entweder-oder. Nicht «Urlaub, bei dem man trotzdem ans Laptop muss» und nicht «Arbeitswoche ohne echte Familienzeit». Sondern beides, in einem Rhythmus, der funktioniert.
Wie viel Daycamp die Kinder machen, entscheiden die Eltern selbst. Manche schicken sie nur am Vormittag – und wandern nachmittags zusammen. Andere nutzen das Ganztagesangebot, wenn eine wichtige Woche ansteht. Das ist kein Dogma, das ist Flexibilität.
Der Morgen gehört der Arbeit
Was die meisten überrascht: man arbeitet tatsächlich produktiver als zuhause. Keine Haushaltspflichten, keine Ablenkungen, kein spontaner Besuch. Ein Arbeitsplatz mit WLAN, andere Eltern im gleichen Boot, und das Wissen: die Kinder haben im Daycamp eine gute Zeit.
Die Gemeinschaft der arbeitenden Eltern entwickelt sich schnell. Mittagspause zusammen, kurzes Update über die Projekte, manchmal abends ein Glas Wein auf der Terrasse während die Kinder schlafen. Das ist kein Büro – das ist besser.
Für ältere Kinder – ab etwa zehn Jahren – ist die Family Workation oft sogar die bevorzugte Version. Sie wollen nicht den ganzen Tag mit den Eltern wandern. Sie wollen ihre eigene Gruppe, eigene Abenteuer, und abends beim Nachtessen erzählen, was sie erlebt haben. Das Camp gibt ihnen genau das.
Der Nachmittag gehört der Familie
Ab Mittag oder Frühnachmittag kommen die Kinder zurück – oder die Eltern holen sie ab. Was dann passiert, plant jede Familie selbst. Manche wandern, manche gehen zum See, manche liegen einfach auf der Wiese. Das ist der Unterschied zu einem normalen Arbeitstag: du hast nachmittags wirklich frei.
Eltern, die das erste Mal kommen, sind oft überrascht, wie gut das funktioniert. Sie erwarteten Kompromisse. Was sie erleben: sie arbeiten besser als zuhause und haben mehr echte Familienzeit als in einer normalen Ferienwoche mit vollgeplantem Programm.
Das Wichtigste: ihr müsst nichts organisieren. Das Camp läuft, die Unterkunft ist da, das Nachtessen entsteht in der Gemeinschaftsküche. Die mentale Last des «Was machen wir morgen?» fällt weg – und genau die kostet im Urlaub am meisten Energie.
Für wen die Family Workation passt
Family Workation ist nicht für jeden Urlaub das Richtige. Aber wenn ihr remote arbeitet, Kinder habt die gerne selbstständig unterwegs sind, und euch nach echter Erholung sehnt – dann ist es das genau. Man fährt erschöpft hin und kommt erholt zurück. Das sagen fast alle, die es einmal ausprobiert haben.